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Dinova Fernost – Großbaustelle Oriental Pearl Tower

In unserer Report-Serie „Dinova Fernost – Erste Schritte in China“ berichteten wir über verschiedene Objektbesichtigungen und davon, wie wir letztendlich zu dem Prestigeobjekt Oriental Pearl Tower kamen, um das sich dieser Teil dreht.

Erschwerte Arbeitsbedingungen am Oriental Pearl Tower

Auf der Baustelle des Oriental Pearl Towers herrschten beim Eintreffen von Bauleiter Uwe Senftleben chaotische Zustände. So fehlte noch das komplette Dach des Bauwerkes, Säulen und Betonunterzüge wurden noch nicht gespachtelt und Glasfiberplatten, die als Decke dienen sollten, waren nur sporadisch angebracht. Zudem herrschte ein ungleichmäßiges Strukturbild an einer der Kuppeln, was später verheerende Folgen bezüglich des Farbtons haben würde. Das Anlegen einer Probefläche war schier unmöglich, da keine ausreichend große zusammenhängende Fläche gegeben war. Nicht einmal das Material zur Grundierung war auf der Baustelle vorhanden. Zu allem Überfluss hatte sich mit Herrn Gong dann auch noch der Übersetzer krankgemeldet, sodass Frau Ye einsprang. Diese teilte Uwe Senftleben mit, dass die Bauarbeiten erst in zwei Wochen abgeschlossen seien. Auch die Spritzarbeiten konnten noch nicht begonnen werden, da der chinesische Zoll das Airless-Spritzgerät beschlagnahmt hatte. Und als wäre das alles nicht schon genug, war für das Wochenende ein Taifun gemeldet, sodass die Arbeiten am Dach des Oriental Pearl Towers nicht fortgesetzt werden konnten. Erschwerend kam hinzu, dass das Regenwasser die Säulen hinunter lief und Putz abplatzte. Uwe Senftleben hätte es wissen müssen: Der Tag hatte bereits mit vier Stunden Verspätung bei seinem Flug begonnen.

Ein Fall für die BG BAU

Unter ungewohnten Arbeitsbedingungen sorgte die Dinova Fachkraft dann in den sechs Wochen letztendlich doch noch dafür, dass die 8.000 m² große Fläche mit Einsatz von Dinomatt und Latexinnenmatt fertiggestellt werden konnte. Die Sicherheitsvorkehrungen entsprachen in China dabei in keiner Form denen der Bau-Berufsgenossenschaften. Bei den Gerüsten handelte es sich um Bambus, welcher unter Belastung leicht nachgab und dadurch ins Schwanken geriet. Je nachdem standen die Gerüste auch auf sumpfigem Boden und waren so verbaut, dass man sich von einer Gerüstebene auf die nächste hangeln musste. Rückenlehnen waren nicht vorhanden und erschwerend kam hinzu, dass die Gerüsthöhe auf die Größe des Durchschnitts-Chinesen angelegt war. Für den großgewachsenen Senftleben ein schwieriges Unterfangen. Und es verbargen sich weitere Unzulänglichkeiten und Gefahren auf der Baustelle. So musste man teilweise durch Verbindungswege krabbeln und auf Eisenstangen, die auf Augenhöhe in den Laufweg ragten, Acht geben. Regelrecht dem Schicksal überlassen war man, wenn in 70 Metern Höhe über den Köpfen der Arbeiter Beton abgestemmt und heruntergefegt wurde. In Deutschland unvorstellbar. Ein weiterer Unterschied zu Deutschland waren natürlich die Temperaturen und eine hohe Luftfeuchtigkeit, auf die sich Uwe Senftleben erst einmal einstellen musste. Nicht unerwähnt lassen wollen wir an dieser Stelle die unglaubliche Tatsache, dass die Arbeiter teilweise auf der Baustelle übernachteten, da eine Heimreise oder Unterkunft in Baustellennähe für sie nicht zu finanzieren wäre. Gravierend falsch gemacht wurde beim Bau aber allem Anschein nach nichts, denn der Oriental Pearl Tower steht auch heute noch in Shanghai am Fuße des Huangpu Jiang. Er dient als Fernsehturm, Aussichtsturm, Restaurant, Hotel und Museum mit Themenschwerpunkt der Stadtgeschichte Shanghais.

Wie es in China weiterging

Es sollte nicht das einzige Prestigeobjekt in China bleiben, welches mit Dinova Farben gestrichen wurde. So dürfen wir abschließend stolz davon berichten, dass sogar die weltberühmte Wand am Tian’anmen-Platz in Peking mit unseren Produkten beschichtet wurde. Mit seinen 39,6 Hektar Fläche ist der Platz des himmlischen Friedens der größte, befestigte Platz der Welt. An jener Wand prangt zu Ehren das Foto von Mao Zedong, dem führenden Politiker der Volksrepublik China im 20. Jahrhundert.

1999 wurde in China ein Jahresumsatz von 7,4 Millionen Euro erzielt. Zu diesem Zeitpunkt waren 125 Mitarbeiter in Shanghai beschäftigt. Seit dem Millenium gehört Dinova zur international agierenden Meffert AG Unternehmensgruppe, welche auch heute noch in China vertreten ist. Die Produktionsstätte in Shanghai hat man aber verkauft und stattdessen einen Standort für die Marke düfa in Peking eingerichtet.

Wir hoffen Ihnen hat unsere Exkursion in die Vergangenheit gefallen.

Fotostrecke

Uwe Senftleben ist nicht der einzige noch aktive „Dino“ mit Einsatz in China. Auch Martin Wojtecki war gegen Ende 1995 in Nanjing bei Shanghai. Er war als Fachkraft zuständig für die Einarbeitung am Wohnpark Tian Lin.