Der Begriff Dispersionsfarbe bezeichnet Wandfarben, deren Bindemittel in Wasser fein verteilt (dispergiert) vorliegt. Im allgemeinen Sprachgebrauch versteht man darunter vor allem gebrauchsfertige Wandfarben für den Innen- und Außenbereich, die sich durch einfache Verarbeitung und gute Deckkraft auszeichnen.
Chemisch gesehen handelt es sich bei einer Dispersion um ein Gemisch aus zwei Stoffen, die sich nicht vollständig miteinander verbinden – in diesem Fall Wasser und organische Bindemittel. Eine typische Dispersionsfarbe besteht aus folgenden Inhaltsstoffen:
Dispersionsfarben werden als Innenfarben und Fassadenfarben produziert. Die Zusammensetzung der Qualitäten unterscheidet sich dabei aber je nach Einsatzgebiet. Durch Bewitterung und andere äußere Einflüsse muss eine Fassadenfarbe deutlich robuster sein als eine klassische Innenfarbe. Innenfarben wiederum sollten möglichst unbedenklich für ein gesundes Raumklima sein und keine unangenehmen Gerüche mit sich bringen.
Im professionellen Malerhandwerk sind Dispersionsfarben die meistverwendeten Wandfarben – sowohl im Neubau als auch bei Renovierungen. Das liegt an ihren praktischen Eigenschaften:
Je nach Rezeptur variieren Qualität und Preis. Nicht jede Dispersionsfarbe erfüllt automatisch höchste Anforderungen – entscheidend ist die Zusammensetzung und die Eignung für den jeweiligen Einsatzzweck. Ein wichtiges Hilfsmittel zur Bewertung von Wandfarben für den Innenbereich ist die Norm DIN EN 13300. Sie definiert die wichtigsten Leistungsmerkmale:
Eine Dispersionsfarbe der Klasse 1 in beiden Kategorien bietet besonders gute Deckkraft und hohe Widerstandsfähigkeit gegen mechanische Belastung. Hochwertige Qualitäten setzen hochwertige Rohstoffe voraus – und das spiegelt sich auch im Preis wider. Für viele Einsatzbereiche ist ein Kompromiss aus Leistung und Kosten sinnvoll.
Alle Infos zur DIN EN 13300 finden Sie hier: DIN EN 13300
Dispersionsfarben lassen sich flexibel verarbeiten – durch Streichen, Rollen oder Spritzen. Die gewählte Methode hängt vom Untergrund, dem Projektumfang und dem gewünschten Oberflächenbild ab. Moderne Dispersionsfarben für Innen- und Außenbereiche sind in der Regel gebrauchsfertig eingestellt und benötigen keine zusätzliche Verdünnung.
Für spezielle Anwendungen oder bei hohen Temperaturen kann eine Verdünnung mit Wasser sinnvoll sein – allerdings nur im Rahmen der zulässigen Grenzen. Diese sind im Technischen Merkblatt des jeweiligen Produkts angegeben und sollten unbedingt eingehalten werden, um die Produktleistung und Umweltverträglichkeit nicht zu beeinträchtigen.
Je nach Untergrund und Deckkraft der Farbe reichen ein oder zwei Anstriche aus. Auch hier gibt das Technische Merkblatt konkrete Empfehlungen zur Schichtdicke, Verarbeitungstemperatur und Trocknungszeit.
Die Trocknungszeit von Dispersionsfarbe hängt stark vom Produkt und den Umgebungsbedingungen ab:
Achten Sie bei der Verarbeitung im Außenbereich besonders auf Regenwahrscheinlichkeit, direkte Sonneneinstrahlung und Temperatur – denn diese Faktoren beeinflussen die Trocknungs- und Aushärtungszeit von Fassadenfarben erheblich.
Dann können Sie jederzeit mit unseren Fachberatern im Außendienst oder unserer Technik im Innendienst telefonisch Kontakt aufnehmen. Oder senden Sie uns gerne eine E-Mail, wenn Sie uns Ihre Fragen schriftlich zukommen lassen möchten.