Tipps zur richtigen Lagerung und Verarbeitung von Farbe in der kalten Jahreszeit.
Frost beeinträchtigt die Haftung und Deckkraft von Farben.
Gerade im Winter zeigt sich, wie empfindlich Farben sein können. Schon wenige Minusgrade reichen, um die Qualität zu beeinträchtigen – von der Haftung auf dem zu beschichtenden Untergrund bis zur Deckkraft der Farbe. Wer beschädigte Farbe verarbeitet, riskiert Nacharbeit, Ärger beim Kunden und Materialverlust. In diesem Ratgeber erfahren Sie, warum Frost Farben schadet, wie man Frostschäden erkennt und wie man Wandfarben richtig lagert.
Frost beeinträchtigt die Haftung von Farben auf dem Untergrund. Auch das Deckvermögen kann je nach Farbe deutlich nachlassen. Die Verarbeitung ist insgesamt kaum noch möglich – mit einem perfekten Ergebnis ist nicht mehr zu rechnen.
Farben bestehen zu großen Teilen aus wässrigen Bestandteilen. Wasser dehnt sich beim Frieren aus und zermalmt/zerdrückt die für die Farbe notwendigen Bindemittel. Mit der Zerstörung der Polymerteilchen verändern sich somit die Eigenschaften der Farbe massiv. Lediglich lösemittelhaltige Farben und Lacke sind etwas robuster gegen die Einwirkung von niedrigen Temperaturen – aber auch hier sind Grenzen gesetzt.
In der Regel friert eine Farbe nur selten gänzlich durch im Eimer, aber selbst oberflächlicher Frost am Gebinderand oder auf der Oberfläche der Farbe reicht unter Umständen schon aus, um das Material unbrauchbar zu machen. Je nach Intensität des Frostes kann das Schadensbild unterschiedlich aussehen:
Solche Veränderungen sind ein deutlicher Hinweis darauf, dass die Farbe nicht mehr zuverlässig verarbeitet werden kann.


Die Verarbeitung von Farben hängt stark von der Temperatur ab. Bei niedrigen Temperaturen oder Frost kann die Haftung deutlich reduziert sein und das Material klumpig oder körnig werden. Bei getönter Farbe können zudem Farbtonveränderungen auftreten, die das Endergebnis beeinträchtigen. Nicht nur die Umgebungstemperatur ist entscheidend: Auch die Oberflächentemperatur des Untergrunds spielt eine Rolle. Innenräume bieten meist unproblematische Bedingungen, während Außenflächen bereits bei leichtem Frost kritisch werden. Ein Blick in das Technische Merkblatt zeigt, welche Verarbeitungstemperaturen für das jeweilige Produkt empfohlen sind.
Beim Fassadenanstrich im Winter müssen neben der Luft- auch die Oberflächentemperaturen beachtet werden. Liegt die Temperatur zwischen 0 °C und 5 °C, kann sich auf der Fassade ein feiner Taufilm bilden, der wie eine Trennschicht wirkt. Dadurch haftet die Farbe nicht richtig am Untergrund.
Auch die Trocknungszeit ist entscheidend. Denn wenn es zu Minusgraden während der Trocknungsphase kommt, können sich die Komponenten der Bindemittel voneinander trennen und es kommt zu Haftungsstörungen bzw. einer unzureichenden Verbindung zum Untergrund. Risse in der Fassade, Abplatzungen und sichtbare Eisblumen auf der Oberfläche sind die möglichen Folgen. Ein erneuter Anstrich ist somit unumgänglich. Eine zu lange Trocknungsphase kann aufgrund niedriger Temperaturen und hoher Luftfeuchte dazu führen, dass die Reaktion der Trocknung chemisch oder physikalisch beeinträchtigt wird.
Beim Lagern von Farben ist die Temperatur entscheidend: Die Umgebungstemperatur sollte über 5 Grad betragen. Farben sollten stets frostfrei und geschützt gelagert werden.
Beim Lagern von Farbe spielt die Temperatur eine zentrale Rolle, denn Frost kann das Material dauerhaft schädigen. Die Lagerung sollte immer frostfrei erfolgen, am besten bei einer Umgebungstemperatur über 5 °C. Vor der Verarbeitung empfiehlt es sich, die Farbe auf Zimmertemperatur zu bringen. Eine Aufbewahrung in unbeheizten Garagen ist dagegen riskant, da die Temperaturen dort nachts oft unter 0 °C fallen – besonders kritisch für frostempfindliche Produkte wie Dispersionsfarben. Daher ist die richtige Lagertemperatur so wichtig.
Wurde ein Gebinde bereits geöffnet, können verunreinigte Werkzeuge oder ungünstige Umgebungsbedingungen dazu führen, dass das Material verkeimt oder „umkippt“. Viele stellen sich dann die Frage: Kann Farbe schlecht werden? Ja – durch Keime und Bakterien kann das Wasser im Produkt kippen, weshalb angebrochene Gebinde möglichst zeitnah verarbeitet werden sollten.
In der kalten Jahreszeit kommt es zusätzlich zu Verzögerungen bei Lieferzeit und Verfügbarkeit von Farben, da Frost den Transport erschwert. Um eine gleichbleibend hohe Qualität sicherzustellen, setzt Dinova beim Transport Thermohauben sowie bei kompletten Ladungen beheizte Thermo-Lkw ein. Thermohauben schützen die Ware zwar für eine begrenzte Zeit, sind für längere Transportwege oder Standzeiten jedoch nicht ausreichend – besonders bei frostempfindlichen Farben.
Es wird deutlich, dass in der kalten Jahreszeit und vor allem in der Übergangszeit bestimmte Punkte beachtet werden sollten. Gehen Sie auf Nummer sicher und prüfen Sie die Rahmenbedingungen genau. Achten Sie darauf, dass Sie während der gesamten Trocknungsphase mindestens 5 Grad Oberflächentemperatur gewährleisten können. Nur so verhindern Sie unnötige Reklamationen und riskieren nicht Ihren guten Ruf bei Ihren Kunden.
Der Fachmann ist unter Einhaltung der Regelwerke wie die Abschnitte 3.1.1 bis 3.1.14 der VOB, Teil C, DIN 18363 oder dem BFS Merkblatt Nr. 20 verpflichtet, den Untergrund zu prüfen und muss bei Bedingungen außerhalb der Technischen Merkblätter bzw. Herstellerangaben Bedenken anmelden oder die Arbeiten verschieben.
Frost zerstört die wässrigen Bestandteile in Farben, wodurch Haftung und Deckkraft stark nachlassen. Die Verarbeitung wird dadurch kaum noch möglich. Frostgeschädigte Farbe ist nicht mehr nutzbar. Auch lösemittelhaltige Produkte haben Temperaturgrenzen und sollten frostfrei gelagert werden.
Farbe muss immer frostfrei, trocken und bei stabilen Temperaturen über 5 °C gelagert werden. Ideal sind Innenräume wie Keller oder beheizte Lagerräume. Unbeheizte Garagen, Gartenhäuser oder Bereiche, in denen nachts Frost auftritt, sind ungeeignet. Durch falsche Lagerung können sich die Bestandteile der Farbe verändern.
Ein Fassadenanstrich sollte nur erfolgen, wenn die Temperatur konstant über 5 °C liegt – auch in der Nacht. Bei Kälte bildet sich auf der Oberfläche leicht ein feiner Feuchtfilm, der die Haftung der Beschichtung beeinträchtigt. Zudem verlängern niedrige Temperaturen die Trocknungszeit deutlich. Kommt es während der Trocknung zu Frost, können sich Bindemittel trennen. Das führt später zu mangelnder Haftung, Rissen und Abplatzungen.
Dann können Sie jederzeit mit unseren Fachberatern im Außendienst oder unserer Technik im Innendienst telefonisch Kontakt aufnehmen. Oder senden Sie uns gerne eine E-Mail, wenn Sie uns Ihre Fragen schriftlich zukommen lassen möchten.