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Farbtonveränderung

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Arten der Farbtonveränderung

Viele Maler kennen das Problem: Ein sattes Rot wird binnen weniger Monate zu einem blassen Rosa. Die Ursachen für solche Farbtonveränderungen an Fassaden sind vielfältig – und nicht immer auf den ersten Blick erkennbar. Lag es an der falschen Verarbeitung? Am ungeeigneten Produkt? Spätestens seit dem BFS-Merkblatt Nr. 26 ist klar: Die Auswahl von Farbton und Fassadenbeschichtung will gut durchdacht sein. In diesem Beitrag erfahren Sie, wie Farbtonveränderungen entstehen, welche Folgen sie haben und wie Sie sich und Ihre Kunden professionell davor schützen.

Grundsätzlich verändert sich jede Fassadenfarbe im Laufe der Zeit. Entscheidend ist das Ausmaß dieser Veränderung. Die häufigsten Formen sind:

  • Netzmittelauswaschung
    Tritt auf, wenn Regen den noch feuchten Anstrich trifft. Pigmente werden ausgewaschen – es entstehen sichtbare Ablaufspuren.
     
  • Verblassung
    UV-Strahlung und Witterung greifen das Bindemittel an. Wird es zerstört, sind die Farbpigmente ungeschützt – der Farbton verblasst.
     
  • Farbtonverschiebung
    Die Witterung baut in der Regel nur die organischen Bindemittel ab. Die anorganischen Bindemittel bleiben bestehen, wodurch es in vielen Fällen zu Farbtonverschiebungen kommen kann. Der Farbton einer Fassade wechselt beispielsweise vom Grünen ins Blaue, da gelbe Farbpigmente durch die Witterung abgebaut wurden.
     
  • Vergilbung und Verdunklung
    Einige Pigmente vergilben durch UV-Einwirkung. Feuchtigkeit kann Farben zudem verdunkeln.
     
  • Fleckigkeit
    Ein fleckiges Farbtonbild kann entstehen, wenn nicht gleichmäßig grundiert wurde und der Untergrund unterschiedlich stark saugt.
     
  • Verschmutzung
    Feinste Staubpartikel bleiben an elektrostatisch aufgeladenen Bindemitteln haften. Auch Algen- und Pilzbefall verändern den Farbton langfristig.
Eine gelbe Fassade mit weißen Flecken als Folge von Ausblühungen
Beispiel einer Fassade mit Flecken als Folge von Ausblühungen.

Ursachen für Farbtonveränderungen an Fassaden

Um Farbtonveränderungen an Fassaden langfristig zu vermeiden oder fachgerecht zu beheben, ist es unerlässlich, die genaue Ursache zu kennen. Nur wer versteht, warum sich ein Farbton verändert hat, kann geeignete Maßnahmen ergreifen. Die Gründe für Farbabweichungen sind vielfältig: Sie können im eingesetzten Produkt selbst liegen, durch Witterungseinflüsse entstehen, vom Untergrund verursacht sein oder auf eine unsachgemäße Verarbeitung zurückzuführen sein. In der Praxis wirken oft mehrere dieser Faktoren zusammen – was eine präzise Analyse umso wichtiger macht.

Produktbezogene Ursachen

Anorganische Pigmente gelten als besonders farbstabil, bieten jedoch nur eine eingeschränkte Farbtonvielfalt. Für intensive Farbtöne kommen meist organische Pigmente zum Einsatz, die allerdings empfindlicher gegenüber UV-Strahlung und Witterungseinflüssen sind. Helle Farbtöne neigen zudem eher zum Kreiden – mitverursacht durch Titandioxid, das in diesen Nuancen dominiert und photokatalytisch wirkt. Art und Menge dieses Pigments beeinflussen, wie stark eine Aufhellung ausfällt.

Auch das Bindemittel spielt eine zentrale Rolle. Es schützt die Pigmente vor äußeren Einflüssen – je höher der Bindemittelanteil, desto besser. Eine sogenannte hochgebundene Fassadenfarbe bietet hier deutlich mehr Stabilität als eine schwach gebundene. Maßgeblich ist dabei die Pigment-Volumen-Konzentration (PVK): Ist sie zu hoch, fehlt es an Bindemittel, um die Pigmente vollständig zu umhüllen. Die Folge sind Pigmentauswaschungen und ein verblassender Farbton. Zusätzlich kann ein zu schwaches Bindemittel bei UV-Strahlung, Feuchtigkeit oder Temperaturschwankungen feine Risse erzeugen – sogenannte Mikrorisse. Diese verändern die Lichtbrechung der Oberfläche und lassen den Farbton grau, milchig oder unrein erscheinen.

Eine Grafik die unterschiedliche Klimabedingungen an den verschiedenen Wetterseiten eines Hauses verdeutlicht

Witterungsbedingte Ursachen

Witterungsbedingte Ursachen sind ebenfalls nicht zu unterschätzen. UV-Strahlen, Feuchtigkeit, Temperaturwechsel, saurer Regen oder industrielle Schadstoffe wirken dauerhaft auf die Fassadenoberfläche ein und verändern deren Erscheinungsbild. Je nach Himmelsrichtung ist eine Fassade dabei unterschiedlich stark beansprucht – Wetterseiten sind naturgemäß deutlich stärker betroffen als geschützte Bereiche. Zwar lässt sich die Witterung nicht beeinflussen, durch die Auswahl geeigneter Beschichtungsstoffe und Farbtöne kann die Farbtonveränderung aber deutlich hinausgezögert werden.

Untergrundbedingte Ursachen

Untergrundbedingte Ursachen treten vor allem dann auf, wenn alkalische Untergründe nicht mit ausreichend beständigen Pigmenten kombiniert werden. In solchen Fällen kommt es häufig zu Ausblühungen oder Kalkauswanderungen, die den Farbton aufhellen. Wird ein Anstrich auf unterschiedlich saugenden Untergründen ausgeführt, können zudem ungleichmäßige Ablagerungen entstehen, die sich in einem fleckigen Erscheinungsbild äußern.

Verarbeitungsbedingte Ursachen

Verarbeitungsbedingte Ursachen entstehen meist durch nicht eingehaltene Trocknungszeiten oder ungünstige Wetterbedingungen während der Applikation. Auch eine falsche Verdünnung kann das Ergebnis negativ beeinflussen – zu viel Wasser schwächt die Farbwirkung, zu wenig kann bei mineralischen Systemen die Erhärtung stören. Auch Sonnenstrahlen, Wind, eine hohe Temperatur oder ein stark saugender Untergrund, der nicht mit einer sogenannten „Aufbrennsperre“ grundiert wurde, können ein Aufbrennen der Beschichtung verursachen.

Die Tabelle aus dem BFS-Merkblatt Nr. 26

BFS-Merkblatt Nr. 26 – der Helfer für Ihre Beratung!

Das BFS-Merkblatt 26 klassifiziert Fassadenfarben nach Kreidungsneigung (Klasse A bis C) und Farbtonstabilität (Gruppe 1 bis 3). Das Merkblatt unterteilt Fassadenfarben bezüglich ihrer Kreidungsstabilität nach den Klassen A bis C. In die Klasse A werden Fassadenfarben eingeteilt, die eine kaum sichtbare Kreidung aufweisen. Dazu zählen Silikatfarben oder Dispersionen mit hohem Bindemittelanteil. Produkte, die sichtbar kreiden, werden der Klasse B zugeordnet. Darunter fallen matte Dispersions-, Silicon-oder Dispersions-Silikatfarben.

Eine deutlich sichtbare Kreidung, wie sie bei Dispersionsfüll- oder Kalkfarben auftritt, ist ausschlaggebend für die Einteilung in Klasse C. Pigmente werden vom Merkblatt bezüglich ihrer Farbtonstabilität in die Gruppen 1 bis 3 eingestuft. Dabei umfasst Gruppe 1 lichtbeständige anorganische Pigmente, die sich kaum verändern und daher eine sehr gute Farbtonstabilität bieten. Lichtbeständige organische und/oder anorganische Pigmente, die eine immer noch gute Farbtonstabilität aufweisen, sich aber sichtbar verändern, werden der Gruppe 2 zugewiesen. Eine eingeschränkte Farbtonstabilität lichtbeständiger organischer und/oder anorganischer Pigmente, die eine deutliche Veränderung hervorruft, führt zur Einordnung in Gruppe 3.

Eine Produkt-Farbton-Kombination mit dem Farbbeständigkeitscode A1 ist am farbtonstabilsten. Ein Beispiel für eine solche Kombination wäre HousePaint FZ, die mit anorganischen Pigmenten abgetönt wird (wie der Farbton VN2605).
 

Der ausführende Fachbetrieb ist in der Pflicht, seine Kunden hinsichtlich der Auswahl des geeigneten Beschichtungsstoffs, des Farbtons und dessen Stabilität nach BFS-Merkblatt Nr. 26 zu beraten. Gibt der Kunde beispielsweise einen Farbton vor, der in einer bestimmten Bindemittelklasse nicht realisiert werden kann, dann sollte der Maler zu einer anderen Bindemittelklasse raten. Umgekehrt sollte der Verarbeiter bei Vorgabe der Fassadenbeschichtung durch den Auftraggeber nur Farbtöne vorschlagen, die mit farbtonbeständigen Pigmenten erzielt werden können. Alle Vereinbarungen sollten dringend schriftlich festgehalten werden, vor allem, wenn der Kunde sich über einen Rat hinwegsetzt.

Dunkle Farbtöne auch auf WDVS realisierbar

Bei intensivem Sonnenschein können sich dunkle Fassadenoberflächen aufheizen und unerwünschte Temperaturen von über 70 Grad Celsius erreicht werden. Das kann bei Wärmedämm-Verbundsystemen zu Verformungen der Dämmung und Rissbildung im System führen. Nur helle, insbesondere weiße Farbtöne weisen von sich aus ein hohes Reflexionsvermögen auf. Daher empfehlen die einschlägigen Regelwerke bei gedämmten Fassaden Farbtöne mit einem Hellbezugswert über 20.

Doch es geht auch anders: Die TSR-Tönung (TSR steht für „Total Solar Reflectance“) setzt auf spezielle Pigmente mit hohem Reflexionsvermögen für das gesamte solare Wellenspektrum. Mit beispielsweise der Fassadenfarbe SI-Fusion sind so auch dunkle Farbtöne mit einem Hellbezugswert unter 20 realisierbar. Berücksichtigt wird aber nicht nur das Reflexionsvermögen, sondern auch die Farbtonstabilität, die bei intensiv getönten Fassaden besonders wichtig ist. Somit steht einer intensiv farbigen Gestaltung auch von wärmegedämmten Fassaden nichts mehr im Wege.

Die TSR-Tönung („Total Solar Reflectance“) nutzt spezielle Pigmente mit hohem Reflexionsvermögen. So lassen sich auch dunkle Farbtöne mit einem Hellbezugswert unter 20 problemlos umsetzen.

FAQ – Farbtonveränderungen an Fassaden

Farbtonveränderungen an der Fassade können verschiedene Ursachen haben und entstehen meist durch Witterung, Feuchtigkeit und UV-Strahlen. Auch Verarbeitungsfehler oder ein ungeeigneter Untergrund können eine Rolle spielen und die Ursache der Farbtonveränderung sein.

Setzen Sie auf hochwertige, farbtonstabile Produkte mit anorganischen Pigmenten und hohem Bindemittelanteil. Die richtige Verarbeitung, ein geeigneter Untergrund und eine fachgerechte Beratung gemäß BFS-Merkblatt 26 sind entscheidend.

Neben optischen Mängeln, die oft zu Reklamationen führen, sind auch bautechnische Schäden möglich. UV-bedingte Mikrorisse lassen Feuchtigkeit eindringen. Die Folge: Substanzschäden und eine beeinträchtigte Raumlufthygiene.

Haben Sie noch Fragen?

Dann können Sie jederzeit mit unseren Fachberatern im Außendienst oder unserer Technik im Innendienst telefonisch Kontakt aufnehmen. Oder senden Sie uns gerne eine E-Mail, wenn Sie uns Ihre Fragen schriftlich zukommen lassen möchten.

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